14.07.2020

VACUTAP® RMV-II ersetzt Stufenschalter von GE in mexikanischem Zementwerk


Einsatz im mexikanischen Dschungel: Beim traditionsreichen Zementhersteller Sociedad Cooperativa Cruz Azul mussten zwei alte Transformatoren von GE im Werk Lagunas, Oaxaca modernisiert werden. Die Stufenschalter in den Transformatoren waren defekt, der ursprüngliche Hersteller produziert diese jedoch nicht mehr. Weder Service noch Ersatzteile sind auf dem Markt verfügbar. Ein Job für die Service-Spezialisten von Reinhausen Mexico (RMX) und den VACUTAP® RMV-II.

Beide Transformatoren stammen aus dem Jahr 1970 – ebenso wie die Stufenschalter von GE – und wurden stark beansprucht. Da das Werk mitten im Dschungel liegt und die Übertragungsleitung dementsprechend lang ist, muss die Spannung ständig reguliert werden. Hinzu kommen die extremen Wetterbedingungen, die dazu führten, dass die alten OLTCs nicht mehr funktionstüchtig waren. Eine Reparatur kam nicht in Frage, da GE – wie erwähnt – keine Stufenschalter mehr herstellt. Der Stufenschalter musste also ersetzt werden, Sociedad Cooperativa Cruz Azul suchte nach einer wirtschaftlichen Lösung. Diese konnten die Kollegen von RMX mit dem Reaktorschalter VACUTAP® RMV-II anbieten.

Die vorhandenen Transformatoren hatten bereits eine Drossel. In diesem Fall ist also der VACUTAP® RMV-II die beste Lösung, da er die gleiche Überschaltimpedanz verwendet und der Tank des neuen OLTC in der gleichen Position wie der vorhandene geschweißt werden konnte. Somit waren keine größeren Anpassungen oder Modifikationen am Transformatorentank oder an den vorhandenen Anlagen des Kunden erforderlich.

Neben der technischen Abteilung von RMX prüften auch die Kollegen von Reinhausen Manufacturing (RM) in Humboldt, wo der VACUTAP® RMV-II gefertigt wird, die vorgeschlagene Lösung. Dabei stellte sich heraus, dass die Wand des Transformators, an der der bestehende OLTC installiert ist, fast dieselben Abmessungen hat wie der neue RMV-II-Schweißflansch. Um den neuen Stufenschalter trotzdem an die Wand des Transformators montieren zu können, wurde eigens ein spezieller Flansch entworfen.

Die Lieferung aus Humboldt umfasste neben dem Stufenschalter einen Motorantrieb TAPMOTION® MD-III sowie einen Spannungsregler, außerdem hochwertiges Zubehör von MESSKO, wie Druckentlastungsventil, Ölstandsanzeiger und den wartungsfreien Luftentfeuchter MTRAB®, der angesichts der Feuchtigkeit vor Ort sehr nützlich ist.

Nach Eintreffen der Teile benötigten die RMX-Kollegen nur 12 Tage, um die Service-Arbeiten abzuschließen. Obwohl bereits im Vorfeld diverse Transformatorentests zu Planungszwecken ausgewertet wurden, führten die Kollegen auch vor Beginn der Arbeiten noch einmal elektrische Tests durch und entnahmen Ölproben. Um das Eindringen von Feuchtigkeit während des Ablassens des Öls zu vermeiden, wurde trockene Luft eingeblasen, die vorhandenen Leitungen wurden identifiziert und abgetrennt. Eine der größten Herausforderungen bei diesen Arbeiten war es, den vorhandenen OLTC zu entfernen und die Wand des Transformators zu durchtrennen, um so die internen Barrieren und Flammschutzmittel im Inneren des Transformatortanks zu entfernen. Der OLTC wurde mit der Arc-Air-Methode durchtrennt. Dies ist eine kritische Anwendung, da der Transformator nicht lange in diesem Zustand bleiben kann. Weil keine Nachtarbeit erlaubt war, wurde ein spezieller Flansch angebracht, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern; danach wurde das Fenster ausgeweitet und die Schweißfläche vorbereitet. Nachdem der neue OLTC geschweißt war, wurde die Verbindung der Leitungen hergestellt. In der Zwischenzeit wurde der Motorantrieb installiert, indem Stützen an den Tank des Transformators angebracht wurden. Er wurde mit dem Transformator synchronisiert, und es wurden elektrische Tests durchgeführt. Der aktive Teil des Transformators wurde mit Öl gewaschen, und schließlich begann der Vakuumprozess für 48 Stunden, um die Restfeuchte zu entfernen. Der Transformator wurde mit Öl gefüllt, und es wurden Ölproben entnommen. Anschließend wurde noch der neue Spannungsregler in Betrieb genommen und konfiguriert.

Nach der Installation und der Durchführung von abschließenden Tests am Transformator wurde ein Schulungskurs für die Techniker und Ingenieure von Cruz Azul durchgeführt.

Mit der erfolgreich abgeschlossenen Nachrüstung kann Cruz Azul nun wieder stabile Spannungsverhältnisse und damit sichere Prozesse gewährleisten und weiterhin Zement von ausgezeichneter Qualität produzieren, wie sie es bereits seit 1942 tun.

T.Santana@mx.reinhausen.com  
 
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