21.03.2017

Mit Value Facturing® 70 Prozent produktiver und Kosten gesenkt

Stangl & Co. Präzisionstechnik zieht Bilanz nach fünf Jahren und über 170.000 Einstellaufträgen

Hans Stangl (geschäftsführender Gesellschafter Stangl & Co. Präzisionstechnik), Johann Hofmann (Leiter ValueFacturing®) und Projektleiter Florian Dürr (v.l.) ziehen eine positive Bilanz.
Hans Stangl (geschäftsführender Gesellschafter Stangl & Co. Präzisionstechnik), Johann Hofmann (Leiter ValueFacturing®) und Projektleiter Florian Dürr (v.l.) ziehen eine positive Bilanz.

Seit gut fünf Jahren arbeitet die Stangl & Co. Präzisionstechnik GmbH mit unserem Assistenzsystem ValueFacturing® (früher MR-CM®) und vernetzt damit ihre Fertigungsdaten. Die Bilanz ist beeindruckend.

Das Unternehmen hat  nicht nur einen Riesenschritt in Richtung digitale Fabrik gemacht, sondern konnte nicht-wertschöpfende Nebenzeiten weitgehend eliminieren, die Rüstquote auf 63 Prozent senken und den Werkzeugbedarf deutlich verringern. All dies mündet in einer Produktivitäts- und Effizienzsteigerung von rund 70 Prozent.

1988 von Hans Stangl und Stefan Kulzer in Roding gegründet, ist die S+K Group mit den Unternehmen Stangl & Co. Präzisionstechnik GmbH, SK Carbon Roding GmbH und Roding Automobile GmbH heute eine international agierende Unternehmensgruppe. „Mit unserem steten Wachstum und der daraus resultierenden Vielzahl von zu bearbeitenden Teilen konnte unsere manuelle Fertigungssteuerung ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr mithalten. Das zeitintensive händische Anlegen und Transportieren der Informationen verursachte lange Rüstzeiten und eine geringe Maschinenauslastung. Außerdem war der Werkzeugaufwand hoch. 2009 entschieden wir deshalb, in das Assistenzsystem MR-CM der Maschinenfabrik Reinhausen zu investieren“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Hans Stangl. Die Integration des Assistenzsystems, die rund eineinhalb Jahre dauerte, führte bei Stangl & Co. zu einer Neuorganisation der zerspanenden Fertigung. Es wurde beispielsweise eine Werkzeugdatenbank geschaffen sowie eine Werkzeugausgabe und -voreinstellung eingerichtet. Die Werkzeuge werden seither extern gerüstet und voreingestellt, so dass das eigentliche Beladen der Maschine in kürzester Zeit erfolgen kann. „Früher betrugen die unproduktiven Nebenzeiten durch das Einspannen, Vermessen und Beladen der Werkzeuge pro Maschine und Schicht bis zu drei Stunden. Heute beladen wir alle 60 Maschinen in dieser Zeit, wobei pro Maschine etwa 3,6 Beladevorgänge in einer Schicht anfallen“, berichtet Florian Dürr, der verantwortliche Projektmanager bei Stangl & Co..

Im Zuge der kontinuierlichen Online-Kommunikation von Value-Facturing mit den NC-Maschinen findet auch ein ständiger Werkzeugabgleich statt. Er gibt Auskunft darüber, welche Werkzeuge in den einzelnen Anlagen vorhanden sind und welche für den nächsten Auftrag neu beladen werden müssten. Durch diese Transparenz konnte Stangl & Co. die Rüstquote auf 63 Prozent senken und die Maschinenauslastung damit zusätzlich erhöhen. Bei rund 70 Prozent der für die Bearbeitung erforderlichen NC-Programme erfolgt die Programmierung von der Maschine entkoppelt an speziell dafür eingerichteten Arbeitsplätzen. Das erstellte Programm wird automatisch online an die entsprechende NC-Maschine gesendet.

In den gut fünf Jahren seit die NC-Fertigung voll durch die Softwarelösung gemanagt wird, wurden über 170.000 Einstellaufträge, davon 70.000 WOP und rund 45.000 NC-Programme abgearbeitet. „Um diese Anzahl von Aufträgen zu erledigen, wären bei unserer alten Arbeitsweise sicher 20 qualifizierte Mitarbeiter mehr erforderlich gewesen und die sind in der heutigen Zeit schwer zu finden“, bemerkt Hans Stangl.

Seit dem Projektstart 2009 hat das Unternehmen seinen Umsatz nahezu verdreifacht. Die Zahl der Mitarbeiter ist in dieser Zeit um 110 auf 253 Beschäftigte und die Ausstattung an CNC-Maschinen von 25 auf 60 gestiegen. „Wir haben unsere Produktivität in den letzten Jahren immens steigern können. Das Assistenzsystem hat daran sicher einen Anteil von 70 bis 75 Prozent. Wichtig sind aber nach wie vor qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, denn sonst nützt auch die beste Software nichts“, fasst Hans Stangl abschließend zusammen.

www.stangl-co.de
www.valuefacturing.com

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