Blindleistungskompensation/-regelung

    Die Übertragung von Blindleistung in elektrischen Energieversorgungseinrichtungen verursacht eine deutlich höhere Stromaufnahme als die alleinige Übertragung von Wirkleistung, siehe Darstellung unten. Dies wiederum führt zu unnötigen Verlusten in der Energieübertragung und der Notwendigkeit der Überdimensionierung von elektrischen Betriebsmitteln.

    Aus diesem Grund lassen sich Energieversorger die Lieferung von Blindleistung bezahlen, die Verrechnung erfolgt in 15-Minuten-Mittelwerten.

    Energieabnehmer können durch die Verwendung von Blindleistungskompensationsanlagen den Bezug von Blindleistung beim Energieversorger auf ein kostenfreies Niveau senken. Laufende Kosten für Blindleistungsbezug entfallen somit komplett. Die Investition in Blindleistungskompensationsanlagen amortisiert sich in der Regel innerhalb der ersten ein bis zwei Betriebsjahre.
    Auch innerhalb der Werksnetze macht sich der Einsatz der Kompensationsanlagen positiv bemerkbar, da Übertragungsverluste minimiert werden, die Belastung von Transformatoren und Leitungen reduziert wird und Überdimensionierungen vermieden werden können.

    Dies bedeutet eine Erhöhung der Betriebssicherheit des Energieversorgungsnetzes, eine Erhöhung der Lebensdauer der Betriebsmittel sowie eine Verringerung der Investitionen in Betriebsmittel. Bei Einbeziehung der durch Oberschwingungen verursachten Verzerrungsblindleistung als Teil der Gesamtblindleistung ergibt sich folgendes Bild: 

    P= Wirkleistung   S= Scheinleistung S
    Q= Verschiebungsblindleistung D= Verzerrungsblindleistung D

    Zur Reduktion der Blindleistung im 15 min- Mittel wird eine geregelte Zuschaltung von Kondensatorstufen vorgenommen. Das Regelziel ist hierbei die Einhaltung des Zielleistungsfaktors.

    Der Blindleistungsbedarf z.B. einer Antriebsmaschine kann durch eine Kompensationsanlage bereitgestellt werden. Somit werden induktive und kapazitive Blindleistung kompensiert und belasten nicht die dem Verknüfungspunkt von Last und Kompensation vorgelagerten Netzelemente. Der Leistungsfaktor wird bei schwankender Last über einen Blindleistungsregler permanent nachgeregelt wodurch die Einhaltung der EVU-Vorgaben sichergestellt wird.