Entwicklungsländer mit stark wachsender Wirtschaft sind die Zielgruppe der türkischen Karadeniz Powership Company. Die Idee: an Land dauert es häufig sehr lange, bis neue Kraftwerke entstehen. Warum also nicht mit einem schwimmenden Kraftwerk dorthin fahren, wo der Bedarf gerade besonders hoch ist.
Das erste solcher aus Frachtschiffen umgebauten Kraftwerkspontons liegt inzwischen im Hafen von Umm Quasr vor der irakischen Küste. Es verfügt über eine Erzeugungsleistung von 144 MW und liefert Strom per Kabel an Land. Ein zweites antriebsloses Schiff soll noch in diesem Jahr folgen. Die beiden schwimmenden Steckdosen werden etwa 30% des örtlichen Energiebedarfs decken und sowohl den Hafen als auch Wohngebiete anspeisen. Sie gehören zum Projekt „Power of Friendship“ der Karadeniz Powership Company. Das Unternehmen hat angekündigt, dass in diesem Jahr 10 Schiffskraftwerke für Länder im Mittleren Osten, Nordafrika und Asien in Betrieb gehen sollen. Ihre gesamte Erzeugungskapazität liegt bei 2010 MW.
Zum Antrieb der Generatoren dienen MAN-Motoren, die mit Diesel, Schweröl oder Flüssiggas laufen. Ein bordeigenes Umspannwerk bringt die erzeugte Mittelspannung auf 132 kV Hochspannung. Die Transformatoren verfügen über bewährte MR-Stufenschalter vom Typ OILTAP® M III 350. Insgesamt setzt Karadeniz 18 dieser Schalter ein. Weltweit sind rund 60 Kraftwerksschiffe verschiedener Betreiber im Einsatz.